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Fachärzte für Nuklearmedizin und Radiologie
Dr. med. Dirk Esser | Prof. Dr. med. Peter Reuland

Schilddrüsensprechstunde

Die Schilddrüse, ein kleines Organ mit großer Wirkung

Die Schilddrüse ist ein kleines, normalerweise nicht mehr als 25 g schweres Organ, das unterhalb des Kehlkopfes der Luftröhre anliegt. Die Aufgabe der Schilddrüse ist die Produktion und Freisetzung der beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyroxin/Thyroxin).

Diese Hormone bestimmen entscheidend die Stoffwechselvorgänge des Organismus und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen. Dazu gehören u.a. der Energieverbrauch, die Regulation der Körperwärme, die Aktivität von Nerven, Muskeln, Herz, Kreislauf, Magen und Darm, das körperliche Wohlbefinden, die Sexualität sowie insbesondere bei Kindern die körperliche und geistige Entwicklung.

Die Produktion und Freisetzung der Schilddrüsenhormone werden durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und eine weitere Region im Gehirn reguliert, die als Hypothalamus bezeichnet wird. Dabei kontrollieren die beiden Regionen die Hormonspiegel (T3 und T4) im Blut. Sinkt dieser, gibt die Hypophyse den Botenstoff TSH ab und bewirkt in der Schilddrüse eine verstärkte Hormonfreisetzung. Übersteigt der Hormonspiegel hingegen den Normalwert, hält die Hypophyse weiteres TSH-basal solange zurück, bis wieder die normalen Hormonverhältnisse hergestellt sind.

Die wichtigsten Erkrankungen der Schilddrüse sind die Unterfunktion, die Überfunktion sowie gutartige Vergrößerungen des Organs. Des Weiteren kommen seltener bösartige Neubildungen vor.

Die Schilddrüsenunterfunktion ist durch einen Mangel an Schilddrüsenhormonen im Blut gekennzeichnet. Typische Beschwerden können unter anderem verlangsamtes Denken und/oder Sprechen, Antriebsarmut, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Haarausfall, verminderte Leistungsfähigkeit und Verstopfung sein.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut erhöht. Die Störungen gehen mit Symptomen wie z.B. Nervosität, Herzklopfen, Gewichtsabnahme, Schlaflosigkeit, Hitzegefühl, Abgeschlagenheit und Durchfall einher.

Eine vergrößerte Schilddrüse wird als Struma/Kropf bezeichnet. Die Erkrankung ist die Folge eines Jodmangels. Jod ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Mögliche Folgen einer Schilddrüsenvergrößerung sind Schilddrüsenfunktionsstörungen sowie mechanische Beeinträchtigungen wie z.B. Einengung der Atemwege, der Speiseröhre etc..

Untersuchungsmethoden:

Die Anamnese (Beschwerden und Krankengeschichte) sowie der klinische Untersuchungsbefund stellen die Basis für die Auswahl und die Reihenfolge der speziellen Schilddrüsendiagnostik dar.

Es werden Fragen nach der Schilddrüsenfunktion, der Schilddrüsengröße und der Schilddrüsenbeschaffenheit beantwortet. Die Untersuchung der Schilddrüse umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, Sonographie/Ultraschall, Schilddrüsenszintigraphie, die Laboruntersuchung und eventuell Feinnadelpunktion von karzinomverdächtigen Knoten.

Schilddrüsenerkrankungen:

Eine häufige Erkrankung ist die Vergrößerung der Schilddrüse, genannt Struma/Kropf. Sie kann gleichmäßig das gesamte Organ erfassen oder auf einzelne Regionen des Schilddrüsengewebes beschränkt sein.
Hormonproduzierende Drüsenbereiche, die nicht mehr der Regulation durch das Hirnanhangsdrüsen-Hormon TSH unterliegen, werden als "heiße Knoten“/ autonome Adenome bezeichnet und sind fast immer gutartig.
„Kalte Knoten“ sind demgegenüber Organabschnitte, in denen eine Gewebsvermehrung stattgefunden hat, jedoch kein oder weniger Schilddrüsenhormon produziert wird. Auch bei diesen Adenomen handelt es sich fast immer um gutartige Gewebsveränderungen.
Nur ca. 5 % davon erweisen sich als bösartig.

Zwei wichtige Formen der Schilddrüsenentzündungen/Immunthyreopathien gehen auf eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems zurück. Dabei handelt es sich um die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis und den Morbus Basedow. Während die Hashimoto-Thyreoiditis zunächst meistens mit einer Schilddrüsenhormonerhöhung einhergeht (keine Überfunktion im eigentlichen Sinne, sondern durch Gewebszerfall und entsprechender Freisetzung von Hormonen verursacht) und später aber aufgrund der Zerstörung von Schilddrüsengewebe zu einer Unterfunktion führen kann, ist der Morbus Basedow hingegen mit einer realen Schilddrüsenüberfunktion (Überproduktion von Schilddrüsenhormonen) verbunden.

Weitere Erkrankungen sind die Post-partum-Thyreoiditis, subakute Thyreoiditis de Quervain, Amiodaron-induzierte Thyreoiditis und die seltene Riedel-Struma.

Behandlungen von Schilddrüsenerkrankungen:

Die Therapie von Schilddrüsenerkrankung umfasst die konservative medikamentöse Behandlung, die Operation oder die Gabe von radioaktivem Jod, die sogenannte Radiojodtherapie.

Medikamentös wird eine Schilddrüsenunterfunktion mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen (Thyroxin) in Tablettenform behandelt.
Bei einer Überfunktion des Organs wird hingegen die Produktion der Schilddrüsenhormone medikamentös mit sogenannten Thyreostatika gehemmt.

Operationen dienen dazu, überflüssiges/krankhaftes Schilddrüsengewebe zu entfernen, wie z.B. bei einem Kropf/Struma oder kalten/heißen Knoten/Adenomen. Dabei wird versucht, eine ausreichende Menge von Schilddrüsengewebe zu erhalten, um eine normale postoperative Funktion zu gewährleisten.

Alternativ zur Operationen kann auch eine stationäre Radiojodtherapie durchgeführt werden. Mit diesem Verfahren wird radioaktives Jod verabreicht, welches sich in der Schilddrüse anreichert und durch die Strahlung Drüsengewebe entsprechend gezielt zerstört. Wie bei der Operation kann auch bei diesem Behandlungsverfahren eine anschließende Hormonersatztherapie erforderlich sein, in der Regel jedoch nicht.
Ebenfalls können bösartige spezifische Schilddrüsentumore (papilläre und follikuläre Tumore) durch die Radiojodtherapie erfolgreich behandelt werden.
Hier arbeiten wir eng mit dem Universitätsklinikum Freiburg zusammen.

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